Bremen: Alle großen Dienststellen fördern Gesundheit; 04/2012


SeminarService zum Beamtenversorgungsrecht
Aus der Praxis für die Praxis: für Mitarbeiter/innen von Behörden und sonstigen Einrichtungen des öffentlichen Dienstes; auch für Personalräte und andere Interessierte geeignet. Termine und Orte >>>www.die-oeffentliche-verwaltung.de


Alle großen Dienststellen fördern Gesundheit

Bericht gibt erstmals Überblick über Prävention in Bremens öffentlichem Dienst

Der Großteil der öffentlichen Dienststellen in Bremen hat mit Gesundheitsmanagement begonnen. Über den Nutzen für die Beschäftigten und ihr Wohlbefinden verraten die Daten jedoch nichts, wie der erste Gesundheitsbericht auch vermerkt.

„Die Dienstvereinbarung zum Gesundheitsmanagement zeigt erste Wirkungen.“ Dieses Fazit aus dem ersten Gesundheitsbericht des bremischen öffentlichen Dienstes zieht die Vorsitzende des Gesamtpersonalrats, Doris Hülsmeier. Zwei Drittel aller Dienststellen haben dem Bericht für 2010/2011 zufolge damit begonnen, ein Gesundheitsmanagement aufzubauen – circa eineinhalb Jahre, nachdem in einer Dienstvereinbarung Bedingungen, Ziele und Vorgehensweisen abgestimmt worden sind, die Arbeitsunfähigkeit vorbeugen und Gesundheit unterstützen sollen. Am weitesten fortgeschritten ist die Einführung des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) in größeren Dienststellen. Alle Arbeitsstätten mit mehr als 500 Beschäftigten haben damit begonnen, in Einheiten mit weniger als 50 Mitarbeitern sind es nur 36 Prozent.

Die Werte sagen jedoch noch nichts über Wirksamkeit und Nutzen oder den Gesundheitszustand des Personals aus. Der Aufbau der Voraussetzungen für ein erfolgreiches BGM stecke in den Anfängen, stellt der Bericht fest. Zwei Drittel der Dienststellen setzen laut Erhebung eine Arbeitsgruppe ein, um das Vorgehen beim BGM zu steuern. Knapp die Hälfte bereite die Führungskräfte auf ihre Rolle dabei vor. Etwa ein Drittel vermittele den Handelnden die benötigten Qualifikationen bzw. stelle Geld für Gesundheitsmanagement bereit. Unabdingbar für den Erfolg sei die anhaltende Unterstützung durch die Amtsleitung und die Kooperation mit der Interessenvertretung. Um Probleme zielgerichtet angehen zu können, sei eine Diagnose in der Dienststelle zwingend.

Dienststellen, die Partner wie Kranken- oder Unfallkassen einbinden, machen häufig größere Fortschritte beim Aufbau des Gesundheitsmanagements und von Angeboten wie Sport, Beratung oder Suchthilfe. Die Verfasser des Berichts empfehlen kleineren Dienststellen und solchen, die bisher nicht mit BGM begonnen haben, mit anderen zusammenzuarbeiten und Ressourcen zu bündeln. Ein Kompetenzzentrum bei der Senatorin für Finanzen berät und unterstützt.

Wenig Gebrauch vom BGM machen bisher Arbeitsstätten mit der höchsten Fehlzeitenquote. Die „Chancen, die das BGM gerade Dienststellen mit erhöhten Fehlzeiten bietet“, würden „noch nicht entschieden genug genutzt“, bemängelt der Bericht. Durch konsequenten Aufbau der notwendigen Strukturen und Abläufe zur Förderung der Gesundheit und Arbeitsfähigkeit könnten mittel- bis langfristig Fehlzeiten reduziert werden.

Trotz Krankheit präsent

Die Fehlzeitenquote in der gesamten Verwaltung lag Ende 2010 bei 5,86 Prozent, im Durchschnitt fielen 21 Krankheitstage pro Beschäftigtem an. Die Daten berücksichtigen jedoch beispielsweise nicht Polizei und Feuerwehr. Aufschluss über die Ursachen für Krankheiten und möglichen Handlungsbedarf geben die Krankenstandsdaten nicht. „Sie berichten über Ereignisse, die nach Möglichkeit hätten vermieden werden sollen“, heißt es im Bericht. Um Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz beurteilen und beeinflussen zu können, müssten zusätzliche Faktoren beobachtet werden wie das Befinden der Beschäftigten, Betriebsklima und Führungsverhalten. Der Bericht regt an, das Phänomen des Arbeitens trotz Krankheit (Präsentismus) stärker zu beachten. Studien dazu zeigen, dass die Kosten durch eine eingeschränkte Produktivität wegen Krankheit die Kosten durch Fehlzeiten übersteigen. Diese Erkenntnis müsse ins Gesundheitsmanagement eingehen, indem gesundheitsbewusstes Arbeiten unterstützt wird, fordert Hülsmeier.

Die Verfasser des Berichts betonen, Gesundheitsförderung dürfe sich nicht beschränken auf die Verantwortung des Einzelnen.

Mehr Informationen:

Der Bericht zum Herunterladen:
www.finanzen.bremen.de/info/gesundheitsbericht

Quelle: Beamten-Magazin 04/2012


EINMALIGES ANGEBOT: Für nur 15 Euro im Jahr
können Sie mehrere Publikationen (u.a. Bücher, Magazin, Infodienste) herunterladen, ausdrucken und lesen. Die Informationen enthalten die Regelungen des Bundes und der Länder, beispielsweise zur Besoldung, Beihilfe und Beamtenversorgung. Daneben profitieren Sie von einer Reihe von weiteren Infos, z.B. spezielle und geprüfte Links zu diversen Themen von A bis Z, Muster-Anträge an Behördenleitungen (z.B. Nebenjob, Nebentätigkeit, Antrag auf Teilzeit, Antrag auf Beihilfeabschlag usw. >>>zur Anmeldung

Aus der Praxis für die Praxis: Beamtenversorgung leicht gemacht - Seminare für Behördenmitarbeiter/innen und Personalräte 

 

 


mehr zu: Aktuelles aus den Ländern
Startseite | Sitemap | Publikationen | Newsletter | Kontakt | Impressum
www.landesbeamte.de © 2017