Länder: Länder rechnen mit sinkendem Lehrerbedarf; 10/2011


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Länder rechnen mit sinkendem Lehrerbedarf

Die Kultusministerkonferenz prognostiziert bis 2020 einen Bedarf von 28.000 neuen
Lehrerinnen und Lehrern. Die GEW hält die Prognose für zu niedrig. Sie vermutet, dass die Länder Einsparungen durch die sinkenden Schülerzahlen beabsichtigen.

Deutschland steuere nicht auf einen dramatischen Lehrermangel zu, bis 2020 gebe es sogar – rein rechnerisch – ein jährliches Überangebot von 3.300 Lehrkräften. Mit dieser Botschaft überraschte die Kultusministerkonferenz (KMK) Ende Juni. Laut KMK-Bedarfsstudie sollen zwischen 2010 und 2020 bundesweit jährlich rund 28.000 Lehrkräfte eingestellt werden. Allerdings, das räumen die Kultusminister ein, fehlten schon jetzt viele Lehrkräfte für berufliche und Sonderschulen sowie in Fächern wie Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik und teilweise Latein. Auch die ostdeutschen Länder müssen ihre Pädagogen künftig mit der Lupe suchen. Für das Gymnasium werden dagegen deutlich mehr Lehrkräfte ausgebildet als eingestellt, ebenso für Deutsch und Geschichte.

Der Essener Bildungsforscher Klaus Klemm macht eine ganz andere Rechnung als die KMK auf. Nach einer Untersuchung, die er 2009 vorgelegt hat, müssten jährlich rund 36.000 Lehrkräfte eingestellt werden, um den Bestand von knapp 800.000 zu halten. „Mit der Ansage, nur 28.000 Junglehrer einzustellen, brechen die Länder ihr Bildungsgipfel-Versprechen, die Einsparungen durch Schülerrückgang für Qualitätsverbesserungen in den Schulen zu nutzen", sagte Klemm. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten 2008 in Dresden angekündigt, die Mittel für den Bildungsbereich trotz sinkender Schülerzahlen nicht zu kürzen. Die so genannte demografische Rendite sollte genutzt werden, um die Qualität des Bildungsangebotes zu steigern. Davon kann nach den Lehrerbedarfszahlen, die die KMK jetzt vorgelegt hat, nicht mehr die Rede sein. Die Länder sind fest entschlossen, einen Teil der demografischen Rendite einzustreichen.

Zahlen nicht vergleichbar

„Die Datenbasis der Prognose ist wacklig", argumentiert die GEW. Die Zahlen, die die Länder für die Studie geliefert haben, sind nicht nach einheitlichen Kriterien erfasst – und deshalb teilweise nicht miteinander zu vergleichen. Zudem werden notwendige Planungsdaten zu wenig bis gar nicht berücksichtigt. Offenbar hat die KMK auch die bildungspolitischen Ziele der Länder und deren politische Vorgaben nicht hinterfragt. So weist das KMK-Papier ausdrücklich darauf hin, dass „die finanzpolitischen Rahmenbedingungen mit größeren Unsicherheiten behaftet" seien. Ein Zeichen dafür, dass die Finanzminister der Länder ihren Anteil an der demografischen Rendite reklamiert und entsprechende Drohkulissen aufgebaut haben.

Die GEW hat die Botschaft der KMK als „problematisch" kritisiert, weil die Lage auf dem Lehrerarbeitsmarkt angespannt bleibe. „Die aktuelle Bedarfsprognose kann junge Menschen abschrecken, ein Lehramtsstudium aufzunehmen", warnt GEW-Vize Marianne Demmer.

Auch Ilse Schaad, im GEW-Vorstand für Angestellten- und Beamtenpolitik verantwortlich, hält die Einstellungsbedarfsprognose für zu niedrig. Sie weist darauf hin, dass zwischen 2010 und 2020 fast 300.000 Lehrkräfte in Pension oder Rente gehen. „Hinzu kommt: Alle Länder haben höheren Unterrichtsbedarf in den vergangenen Jahren zu einem großen Teil über zeitlich befristete Mehrarbeit, so genannte Vorgriffsstunden, gedeckt. Diese Überstunden müssen jetzt bis 2019 an die Lehrkräfte zurückgezahlt werden", betont Schaad.

Weitere Informationen:

Der Beitrag ist in ungekürzter Fassung erschienen in der Zeitschrift „Erziehung und Wissenschaft", Ausgabe 9/2011.

Quelle: Beamten-Magazin 10/2011


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