Berlin: Modernisierung mit Hindernissen; 03/2009


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Modernisierung mit Hindernissen

DGB-Vize Ingrid Sehrbrock besucht Bürgeramt Charlottenburg-Wilmersdorf

„Mehr Service – bessere Qualität“ verspricht das Modernisierungsprogramm der Senatsinnenverwaltung für Berlin. Ein sichtbarer und erfahrbarer Ausdruck dieser Verwaltungsmodernisierung sind die Berliner Bürgerämter. DGB-Vizechefin Ingrid Sehrbrock hat sich vor Ort über die Umsetzung des Modernisierungsprozesses und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten informiert.

Spätestens seitdem die Beantragung des „berlinpasses“ auf die Bürgerämter verlagert worden ist, knirscht es im Gebälk. Seit dem 2. Januar erhalten Leistungsempfänger/innen den „berlinpass“, den sie bis dahin im Jobcenter beantragen konnten, in den Bürgerämtern. Der erhöhte Andrang ist auch im Bürgeramt Charlottenburg-Wilmersdorf kaum zu bewältigen. Noch bevor das Bürgeramt im Rathaus Charlottenburg seine Pforten öffnet, wird die Schlange der Wartenden vor dem Empfang immer länger. Nicht alle schaffen es, ihre Ungeduld zu zügeln.

Reibungslose Vorgangsbearbeitung bei hoher Arbeitsdichte

Umso erstaunlicher ist, wie schnell die Bürgerinnen und Bürger mit ihren unterschiedlichen Anliegen an die Arbeitsplätze der Sachbearbeiter/innen weitergeleitet werden, sobald der Empfang geöffnet ist. Auch die Bearbeitungszeiten belaufen sich in der Regel auf nur wenige Minuten. Durch die Ausgabe des „berlinpasses“ sei die Arbeitsbelastung erheblich gewachsen, beklagen die Beschäftigten den steigenden Arbeitsdruck. Immer mehr Aufgaben seien den Bürgerämtern übertragen worden, ohne dass das Personal aufgestockt worden sei.

Die Aufgaben und die Belastungen wachsen

Personalabbau bei mangelnder Aufgabenkritik wirft nicht nur in den Berliner Bürgerämtern organisatorische Probleme auf, berichtet die stellvertretende Vorsitzende des DGB Ingrid Sehrbrock im Gespräch mit den Beschäftigten. Viele Behörden kämpften mit den Folgen von Modernisierungsmaßnahmen, die in erster Linie dem Spardiktat im öffentlichen Dienst geschuldet seien. „Arbeitsverlagerungen dürfen nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden“, fordert Sehrbrock. Sie will deren An liegen und Kritik im Gespräch mit den Gewerkschaften erörtern und nach Lösungsmöglichkeiten suchen helfen.

Gesucht: Praktikable Lösungen für gute Arbeitsbedingungen

Beim Rundgang durch das Bürgeramt erläutert der für die Bürgerämter im Bezirk verantwortliche Stadtrat Joachim Krüger die baulichen und technischen Probleme bei der Umsetzung der bürgernahen Verwaltung. Auch die Beschäftigten wünschen sich mehr Unterstützung und praktikable Lösungen, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Manchmal stecke der Teufel im Detail: Die für die einzelnen Arbeitsplätze notwendige technische Ausstattung etwa lasse sich nicht immer so anordnen, dass sie optimal bedient werden könne. Für deren störungsfreien Betrieb sei en überdies unterschiedliche Ansprechpartner zuständig, deren Arbeitszeiten nicht immer denjenigen der Beschäftigten in den Bürgerämtern entsprächen.

Beschäftigte an Veränderungsprozessen beteiligen

Die Berliner/innen sind im Übrigen mit „ihren“ Bürgerämtern sehr zufrieden. Das zeigt der Abschlussbericht zum Monitoring „Effizienz und Effektivität“ Berliner Bürgerämter. Großzügige Öffnungszeiten, kurze Warte- und Bedienzeiten und freundliche Mitarbeiter/innen tragen zur Gesamtzufriedenheit bei. Für die Beschäftigten könnte das Ansporn sein, noch besser zu werden. Letztlich aber wird der Erfolg des Verwaltungsmodernisierungsprozesses – in Berlin und anders wo – davon abhängen, ob die Beschäftigten an den Veränderungsprozessen beteiligt werden.

Quelle: Beamten-Magazin 3/2009














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